Action im Canyon

Nachdem die letzten Tage etwas ruhiger waren, sollte es nun aktiver und aufregender werden. Schließlich ist Arequipa umgeben von spektakulären Bergen und Vulkanen, die erkundet und erklungen werden wollen. So buchten wir eine 2-Tagestour in den Canyon de Colca, ca. 4 Stunden von Arequipa entfernt. Dinge die nicht fehlen durften waren: warme und kalte Kleidung, da die Nächte immer sehr kalt werden, Wanderschuhe, Sonnencreme usw. Ein kleiner Rucksack, mehr nicht, denn man musste sein Hab und Gut auf dem Rücken tragen. Abgeholt wurden wir überraschenderweise um 2.30 Uhr. Ursprünglich wurde uns gesagt, dass es zwischen 3 und 3.30 losgeht. Trotzdem schafften wir es innerhalb von 15 Minuten fertig unten zu sein, total neben der Spur und nach Kaffee lungernd. Auf dem Weg gab es noch Frühstück, sehr spärlich, wie eigentlich immer hier. Typisch sind trockenene und ziemlich luftige Weißbrote mit Marmelade und Butter. Wer Herzhaftes mag, muss mit einer warmen Speise in den Tag steigen.

Der erste Stopp war ein Aussichtspunkt für Condore. Wir hatten Glück und sahen gleich mehrere sanft und elegant die Gebirgswand entlangfliegen. Condore können eine Flügelspannweite von 3 m haben, ziemlich beeindruckend. Doch nun sollte die Treckingtour beginnen und wir hatten ziemlich Hummeln im Hintern nach der langen Busfahrt. Drei Stunden ging es erstmal bergab. Dabei genossen wir einen tollen Ausblick in das Tal und sahen den unten fließenden Fluss immer näher kommen. Die Vegetation änderte sich von extrem trocken zu grün, gleichzeitig wehte stets ein starker Wind. Nach unserem letzten Sonnenbrand waren wir nun bestens ausgerüstet und eingecremt, sodass uns die Sonne nichts anhaben konnte.

Unterschätzt nicht bergab gehen, unsere Beine und Knie zitterten, als wir unten ankamen. Mit einem riesen Hunger ging es nach einer kurzen Pause weiter, dieses Mal aber eher ohne große Höhenunterschiede. Endlich gab es Mittag, das erste Mal Alpaka mit einer Portion Reis. Zu der Oase, wo wir schlafen sollten, waren es dann nochmal gut 2 Stunden – die Nerven lagen etwas blank. Doch der Weg lohnte sich, denn die Oase kam ihrem Ruf nach. Es gab Pools ohne gechlortes Wasser, in die wir sogleich reinsprangen und gemütliche Hütten ohne Strom, dafür aber mit großem Bett und dicken Decken. Nach dem Abendessen, netten Gesprächen mit anderen Teilnehmern und dem ein oder anderem Bier ging es ins Bett. Spurlos ging der vorherige Marsch allerdings nicht an uns vorbei. Blasen und Muskelschmerzen ließen uns schnell schlafen.

Der Wecker klingelte marginal später als Tags zuvor. Draußen war es noch dunkel, weshalb wir den Aufstieg zunächst mit Taschenlampen begannen. Die Gruppe war ziemlich ruhig, jeder hatte wohl etwas mit der Frühe und den Muskelschmerzen zu kämpfen. Sagenhafte 3 Stunden ging es dann ziemlich steil bergauf. Füße und Beine brannten! Manche nahmen ein „Bergtaxi“, ein Maultier, da sie sich den Aufstieg nicht zutrauten oder zu erschöpft waren. Fazinierend, wie sie mit ihren schmalen Beinchen und Hufen den steilen Weg nahmen. Irgendwann war die Hälft geschafft, doch das letzte Stück zog sich noch sehr. Trotzdem kam man dann doch glücklich oben an und betrachtete die Oase aus der Ferne. Nach einer weiteren Wanderung durch die Felder gab es dann endlich Frühstück. Ja, die 3 Stunden sind wir ohne Frühstück hochgestolpert.

Wohlverdient sprangen wir anschließend in das heiße Wasser der nahegelegenden Thermalquellen. Die Muskeln konnten sich nun endlich erholen und wir genossen ein kühles Bier. Auf dem Weg nach Arequipa sahen wir Alpakas sowie deren wilde Form in der Ferne grasen. Ein kurzer Abstecher zum höchsten Punkt in der Umgebung gab uns einen atemberaubenden Ausblick auf die unzähligen Vulkane, wobei einer sogar aktiv ist und wild vor sich herqualmt. Ein schöner Ausflug, der jedoch mit Schmerzen verbunden war, die aber almählich vergehen.

 










Tipps

Preise der Tours zum Canyon de Colca gut vergleichen, da es Unterschiede bei den Anbietern gibt

Gute Schuhe nicht vergessen, sonst wird es schmerzhaft