Der Schatz im Titicacasee

Die Nachtfahrt von Arequipa nach Puno, dem kleinen Städtchen direkt am Titicacasee, verlief reibungslos. Wir kamen gegen 4 Uhr morgens in unserem Hostel an und buchten an der Rezeption noch für den gleichen Tag eine Tour auf dem See, Start 6:45 Uhr.  Mit einem kleinen Bus und einigen anderen verschlafenen Touristen ging es zum Hafen. Dort bestiegen wir eine kleine Barkassse und ein äußerst motivierter Tour-Leiter erklärte uns den Ablauf für den Tag.

Erster Stopp war eine kleine treibende Insel der Uros, ein Völkchen, welches mit etwa 2.500 Mitgliedern auf deren selbstgebauten Inseln im Titicacasee lebt. Mit einem Schiff aus Schilf fuhren wir ein kleines Stück und durften selber von dem Allzweckwerkzeug und der Speise, eben jenem Schilf probieren. Der Geschmack ist neutral und die Konsistenz etwas faserig. Im Anschluss an die kleine Tour zeigte uns der „Herr der Insel“ wie prinzipiell eine solche Insel gebaut wird. Da dass Schilf, aus dem die Insel besteht, nach und nach verrottet, muss regelmäßig nachgelegt werden. Bis eine solche Insel bezugsbereit ist, dauert es eine Weile. So muss die aufwendige Konstruktion aus organischen Material fünf Monate lang im Wasser erstmal zusammenwachsen. Als sich nach einer Stunde das Ende auf der Insel neigte, konnte man noch Stickerein und kleinere Handwerksarbeiten der Uros erwerben. Obwohl das Leben der Uros noch sehr traditionell erscheint, ist die Haupteinnahmequelle heutzutage der Tourismus. Nach dem Rotationsprinzip werden die Familien besucht und erhalten ihren jeweiligen Anteil.

Der zweite Stopp des Tages lag etwa 2 Stunden von den schwimmenden Inseln entfernt. Die Insel namens Isla Taquile wurde nicht erbaut, sondern entstand ganz natürlich als eine der Inseln im Titicacasee. Die schöne Landschaft, das blaue Wasser und der noch blauere Himmeln ließen einen an einer mediterranen Küste wähnen. Wären da nicht die eigentümlichen Gewänder in denen sich die dort lebenden Menschen kleiden oder die Tatsache, dass man sich in einem gigantischen Süßwassersee befindet. Ein größerer Spaziergang über die Insel mündete in einem ausgezeichneten Forellenfilet, welches wir geschützt von der Sonne mit Blick auf die Bolivianische Seite des Sees und die dort liegenden Gebirgsketten, in einem kleine Restaurant einnahmen. Nach dem Essen zeigte man uns, wie man aus einer Pflanze eine Seifenlauge herstellen konnte und wie die Webarbeiten der einheimischen Inselbewohner entstehen.

Die Rückfahrt war entspannt und den Rest des Tages nutzten wir, um uns noch ein wenig in Puno umzusehen. Zugegebenermaßen gibt es nicht allzu viel zu sehen, aber der obligatorische Plaza del Armas bot eine durchaus nette Kulisse.

Bei dem Schatz im Titicacasee handelt es sich nicht etwa um Bodenschätze, Fischerei oder das versteckte Gold der Inkas. Der eigenliche Schatz sind die Menschen, die am Titicacasee leben und die wunderschöne Atmosphäre.

 









Tipps

Wer mehr als einen Tag Zeit hat, sollte bei einer Gastfamilie auf einer der Inseln übernachten. Der Sternenhimmel über dem Titicacasee soll atemberaubend sein.