Kein Inkagold aber goldwert

Das Wahrzeichen Perus wartet auf uns, der Machu Picchu! Abgedruckt auf zahlreichen Bildern und Postkarten ist die Inkaruine inmitten des Dschungels vergleichbar mit der Symbolik des Berliner Fernsehturms, doch viel spektakulärer! Spektakulär ist bereits die Anreise, denn der Machu Picchu liegt umgeben von Bergen und ist somit gut versteckt. Das erklärt wohl auch, warum die Spanier zur Zeit der Kolonialisierung keinen Wind davon bekommen haben. Erst der amerikanische Entdecker Hiram Bingham entdeckte die Inkastadt 1911.

Um zum Macchu Picchu zu gelangen gibt es zwei Möglichkeiten, per Zug oder auf eigene Faust und mit unzähligen Bussen. Wir entschieden uns für die zweite Option, da es uns nach Abenteuer lüsterte und der Zug unsagbar teuer war. Von mehreren Quellen holten wir uns die Infos für die Anreise ein und so ging es am nächsten Morgen von Cuzco aus los. Erst vier Stunden mit dem einen Bus bergauf, dann bergab nach Santa Maria. Fix wurden wir in das nächste Sammeltaxi verladen, welches uns nach Santa Teresa bringen sollte. Alles schien sehr professionell abzulaufen, doch die rasanten Fahrten entlang des Berghanges mit nicht weniger schnellen Gegenverkehr verlangten starke Nerven. Hydroelectrica (benannt nach dem Wasserkraftwerk) war der letzte Stopp. Von hier an ging es weiter zu Fuß entlang der Bahnschienen. Zunächst erschien uns dies etwas unsicher, wir hatten lediglich von anderen Reisenden gehört, dass es möglich war. Doch als der erste Zug im Schneckentempo an uns gemütlich vorbeifuhr (mit winkenden Schaffner) konnten wir uns ganz auf die schöne Aussicht konzentrieren. Umgeben von Bergen und Urwald ging es rund zwei Stunden zu Fuß nach Aguas Calientes, dem Machu Picchu Ort.

Aguas Calientes wurde quasi nur für den Machu Picchu erschaffen. Obwohl es auch eine „local-Seite“ der Stadt gibt, arbeiten alle für den Tourismus. Die Preise hier sind unfassbar frech; man kann es sich erlauben. Am nächsten Tag klingelte früh morgens der Wecker. Draußen hörten wir bereits Menschenmassen rumwuseln und der Blick aus dem Fenster bestätigte, dass sich bereits eine lange Schlange zu den Busshuttles gebildet hatte. Wir mussten uns beeilen. Routiniert wurden die Besuchermassen in die gut 15 Busse verladen und den Berg hinauf befördert. Oben angekommen, waren wir überrascht, wie gut sich die Menschen auf dem großen Areal verbreiteten. Lediglich an den bekannten Fotospots wurde es voller. Neben den unsagbar beeindruckenden Ruinen des Machu Picchu genossen wir die Aussicht und die klare Luft in der grünen Landschaft. Dazu gesellte sich das ein oder andere Alpaka, die hier als kostenlose Rasenmäher eingesetzt werden.

Unser Ticket beinhaltetet neben der Besichtigung der Ruinen den Zugang zum Machu Picchu Mountain, dem Berg nach dem die Inkastätte benannt wurde. Und so erklungen wir über 2.000 Inka-Treppenstufen, um letztendlich 700 Höhenmeter zu bewältigen. Und das alles in zwei Stunden. Oben war die Aussicht aber sehr schön und lohnenswert. Der Machu Picchu Mountain war einer der höchsten in der näheren Umgebung, sodass die Inkaruinen auf einmal ganz klein wirkten. Der Abstieg ging wesentlich schneller und wir bemitleideten alle diejenigen, die uns entgegenkamen und den Aufstieg noch vor sich hatten.

Durch die Ruinen zu schlendern ist faszinierend. Wir stellten uns vor, wie es wohl damals war, als die Gassen voller Inkas waren, die ihrem Alltag nachgingen. Bis heute ist nicht ganz klar, welchem Zweck dieser Ort gedient hat. Doch die imposanten Mauern, der versteckte Ort und die Atmosphäre sprechen für ein Versteck und Rückzugsort des Inkakönigs und seiner Gefolgschaft. Da die Zeit des Aufenthaltes nicht begrenzt ist, entzogen wir uns dem Bann nicht sofort, sondern entspannten ein wenig auf der Wiese mit Ausblick auf den Machu Picchu.

Seit 2007 zählt der Machu Picchu zu den sieben modernen Weltwundern. Ein Titel der Peru jährlich Millionen von Peruanischen Soles eintreibt. Das Erbe der Inka´s scheint unerschöpflich.

 








Tipps

Die eigene Anreise ist sehr zu empfehlen! Man spart sich die Kosten für den teuren Zug und hat noch ein kleines Abenteuer. In Aguas Calientes sollte man jedoch nicht unnötig lange bleiben.