Truj…bitte was?

Trujillo ist nicht nur die zweitgrößte Stadt in Peru, sondern auch die erste Stadt, die beim Aussprechen zunächst einige Probleme verursachte. Das j wird im Spanischen wie „ch“ ausgesprochen und Doppel-L wie „j“. Zu Kommunizieren, wo man nun hinfährt, war folglich nicht ganz leicht. Trotzdem erreichten wir Trujillo erfolgreich mit dem Nachtbus von Lima aus. Unsere Unterkunft war sehr nett. Wir wurden von der pyjamatragenden Besitzerin verschlafen begrüßt. Sie wohnte in dem gleichen Haus, vom Frühstückstisch aus konnte man auf das Wohnzimmer der Hausherrin schauen. Da wir die Nacht ganz gut im Bus geschlafen haben, ging es nach dem Frühstück gleich schon in die Stadt. Obwohl Trujillo hauptsächlich für seine archäologischen Stätten aus der Mochica- und Chimuzeit bekannt ist, ist die Stadt sehr sehenswert. Entspannt schlenderten wir bei angenehmen Temperaturen und Sonnenschein durch die gemütliche Innenstadt, die vereinzelt durch prächtige Kolonialbauten geziert ist. Ein Erbe der Spanier, die sich hier im 16. Jahrhundert ziemlich wohl fühlten bis die Stadt 1820 unabhängig wurde. Heutzutage gehören die Häuser überwiegend Banken und sind für die Öffentlichkeit frei betretbar und dienen zum Teil sogar als Ausstellungsort für moderne Kunst. Die Menschen in Trujillo schlenderten genauso entspannt durch die Straßen wie wir. Auch das Hupen war hier deutlich reduziert. Ob das wohl an den vielen Massageläden in der Innenstadt liegt?

Da die Küste nicht weit entfernt war, machten wir uns am gleichen Tag noch auf in das nahegelegene Fischerdorf Huanchaco. Die Anbindung mit den öffentlichen Bussen ist dorthin super. Neben den Fischern wird der Ort bevölkert von Surfern und Strandbegeisterten. Hier drehte sich die Uhr noch langsamer und das war schön. Zudem konnte man hier, wie eigentlich überall an der Küste von Peru, guten Fisch essen. Wir entdeckten ein gut besuchtes Lokal, bei dem es die typischen Mittagsmenüs (Suppe plus Hauptgericht plus Getränk) für wenig Geld gab. Bei Bier in der Sonne und AnneMayKantereit ließen wir den Tag ausspannen bis es kurz vor Sonnenuntergang zurück nach Trujillo ging. Zuvor hatten wir noch eine interessante Begegung am Strand. Auf Deutsch wurden wir von einem Peruaner angesprochen, der uns erzählte, dass er am Goethe-Institut mit Hilfe eines Stipendiums Deutsch gelernt hat und Lehrer ist. Allerdings wollen die Leute lieber Englisch lernen.

Wie bereits erwähnt, ist Trujillo umgeben von wichtigen historischen Stätten, Chan Chan im Süden und Huaca de Sol y de la Luna im Norden. Während Chan Chan die Hauptstadt der Moche-Kultur war, bildeten beide Huacas bzw. Tempel die Zentren der Spiritualität und Religion. Die Sonne und der Mond spielen dabei eine zentrale Rolle, da sie das natürliche Gleichgewicht darstellen. Beeindruckend waren die Überbleibsel der Verzierungen und Farben an den Wänden. Die Symbolik stand meist in Verbindung mit der Natur (Wasser, Bodenfruchtbarkeit usw.) oder im Falle der Tempel mit den angebeteten Göttern und den Opfergaben, die den Göttern in Form von Menschen- oder Tierleben zur Besänftigung geopfert wurden.

In unmittelbarer Nachbarschaft zu unserem Hostel entdeckten wir ein japanisches Restaurant, welches sehr zu empfehlen ist und uns gleich zweimal zufrieden stellte.

 





Tipps

Für kulinarische Abwechslung gibt es in der Colón ein gutes japanisches Restaurant.

Beim Besuch von Chan Chan lohnt sich eine Führung, da bezahlbar und interessant!