Wo sind denn hier die Baños?

Gelegen im südlichen Hochland Ecuadors ist Baños eine kleine Stadt in einem Tal zwischen Bergen und Vulkanen. Baños ist der Ausgangspunkt für viele Aktivitäten, die man in den Bergen und auf dem an der Stadtgrenze verlaufenden Fluss unternehmen kann. Während unseres 3 ½-tägigen Aufenthaltes haben wir an diesen Aktivitäten partizipiert.

Angekommen sind wir am Abend nach einer längeren Busfahrt aus Cuenca, unserem ersten Aufenthalt in Ecuador. Wir waren froh uns nach über acht Stunden Fahrt endlich ausruhen zu können. Das Kurioseste an unserer Anreise war das Umsteigen in Ambato. Dort mussten wir in einen fahrenden Bus einsteigen. Im schnellen Laufschritt warfen wir unsere großen Rucksäcke in den Laderaum und sprangen dann in den Bus. Baños ist eine sehr touristische Stadt aber in kulinarischer Hinsicht ist dies von Vorteil. Eine große Bandbreite an Geschmacksrichtungen und einigen vegetarische Restaurants erleichterte es uns mal etwas anderes als die omnipräsenten Menüs zu essen.

Den ersten Tag verbrachten wir mit der Besichtigung von Baños und einem selbstgekochten Abendessen. Denn trotz des breiten Angebotes sind die Preise sehr ähnlich zu denen in Berlin, so kostet z.B. eine große Salami-Pizza 13$. Sehr beeindruckend ist die Aussicht, welche man genießen kann, wenn man sich einen der Wanderpfade auf die umliegenden Berge vorknöpft. Nach einem steilen etwa ½ bis ¾ Std. dauernden Aufstieg kamen wir an eine Aussichtsplattform, welche uns einen Blick über ganz Baños bot. Auch der Friedhof war von oben zu sehen, welcher etwa die Größe von zwei Häuserblocks hatte und sich in weiß präsentierte. Im Gegensatz zu Deutschland werden hier die Toten oberirdisch in übereinandergestapelten, regalähnlichen Gebilden beerdigt. Es schien, als würde die ganze Stadt bei der Pflege des Friedhofs mithelfen. Bei einem späteren Besuch sahen wir viele Leute beim Streichen und Putzen. Darüber hinaus bietet Baños zwei schöne Hauptplätze.

Der zweite Tag sollte deutlich aktiver werden. Wir haben uns für den Vormittag bei einem Tour-Veranstalter für Rafting eingetragen. Um 9 Uhr ging es los, endlich mal eine humane Zeit. Zusammen mit vier Anderen fuhren wir zu einem Punkt etwa 45 min von Baños entfernt, an dem wir unser Schlauchboot ins Wasser lassen konnten. Unterwegs bekamen wir noch Neoprenanzüge, Schuhe und eine Schwimmweste. Nach etwas Gymnastik und einer Einführung in die Befehle ging es auch schon los. Der Begleiter saß hinten während die wechselnden Kapitäne den Tackt für die anderen Ruderer und Ruderinnen angaben. Über eine Stunde paddelten wir uns durch den wilden Fluss, gespickt mit vielen Schnellen, Wellen und Verwirbelungen. Es hat unglaublich viel Spaß gemacht, trotz des unfreiwillig geschluckten Wassers und der Anstregung. Nach dem Rafting gab es noch ein deftiges Mittagessen und ein Bier. Gegen 14 Uhr waren wir schließlich zurück in Baños und beschlossen den Nachmittag/Abend in einer Therme, von denen gibt es einige in Baños, ausklingen zu lassen. Das wirklich coole an der Therme, oder sollte man sagen das wirklich heiße waren die Becken, welche direkt mit dem Wasser aus dem nebenan liegenden Vulkan gespeißt wurden. Sehr heiß und sehr eisenhaltig. Jedenfalls genau das Richtige, um die Muskulatur von den Strapazen des Tages zu erholen. Highlight war ein kleiner Wasserfall, allerdings mit kaltem Wasser, in den man sich setzen konnte, um sich den Rücken von dem Wasser massieren zu lassen.

Nach einem trägen und verschlafenen Morgen kamen wir am dritten Tag erst langsam in Fahrt. Dies sollte sich allerdings ändern. Nach kleineren Meinungsverschiedenheiten, was mit dem Tag anzufangen sei, einigten wir uns auf einen weiteren Besuch in dem Büro der Tour-Anbieter. Ursprünglich wollten wir uns Fahrräder ausleihen, um die Umgebung etwas zu erkunden. Spontan änderten wir unseren Plan jedoch und schauten uns die Umgebung aus der Luft an, es ging zum Paragliding, welches erst am Nachmittag starten sollte. Aufgeregt packten wir noch schnell ein paar warme Kleidungsstücke ein bevor es losging. Der Tourguide holte uns in seinem Geländewagen ab und fuhr uns auf einen Berg. Mit rudimentären Englisch wurde uns eine kurze Einführung gegeben und dann ging es auch schon los. Einer nach dem anderen. Es ist ein unbeschreibliches Gefühl auf einmal in die Lüfte getragen zu werden. Mit dem Blick in ein riesiges Tal mit einem großen Vulkan am Ende wurde einem kurz mulmig. Allerdings gewöhnte man sich schnell an das neue Gefühl und genoss es von dem Piloten über den Hang und in ungewohnte Höhen getragen zu werden. Er ließ es sich auch nicht nehmen Pirouetten zu drehen oder einen ganz knapp über Baumwipfel oder arbeitenden Bauern zu befördern. Der Spaß war leider nur allzu schnell wieder vorbei aber es wird ein Erlebnis sein, welches man nie wieder vergessen wird. Auf dem Rückweg setzte uns der mittlerweile gesprächigere Pilot noch kurz bei dem Restaurant seiner Mutter ab, die uns einen typischen Trank aus Zuckerrohr und Mandarinen zubereitete, ebenfalls ein Erlebnis. Im wahrsten Sinne beflügelt kochten wir am Abend noch ein leckeres Mahl und gingen glücklich zu Bett.

Am nächsten Tag checkten wir aus, packten noch unsere Sachen und verließen mit einem Lächeln Baños in Richtung Latacunga.

 






Tipps

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